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Die weiße Gefahr: Erste Hilfe bei Lawinenunfällen

Skiinfo.de am 21.12.2010 - 09:40 Uhr
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Lawinen fordern Jahr für Jahr in den Bergen viele Todesopfer. Erste Hilfe bei Lawinenunfällen zu leisten ist zwar schwierig, aber nicht unmöglich. Erfahrt hier, wie ihr erste Hilfe leisten könnt.

Kaum Chancen auf Selbstrettung
Wenn man von einer Lawine überrollt wird, ist es so gut wie unmöglich, sich aus eigener Kraft zu befreien. Auch wenn man es geschafft hat, sich unter der Achsel eine Atemhöhle zu schaffen und so wenigstens Luft zum Atmen hat, ist der Schnee um einen herum meist so hart, dass man sich nicht bewegen und erst recht nicht nach oben durchgraben kann. Teilweise sind schon Opfer gefunden wurden, die nur 20cm unter der Oberfläche begraben waren.

Lawinen-Verschütteten-Suchgerät unerlässlich
Bei der Rettung aus einer Lawine ist man also auf Hilfe angewiesen. Doch helfen können die Retter nur, wenn man selber ein LVS (Lawinen-Verschütteten-Suchgerät) angelegt hat. Das gehört zur Standardausrüstung bei jeder Tiefschneeabfahrt und ist ein absolutes Muss für jede Ski-Tour. Das LVS sendet ein Signal aus, das von den Rettungskräften schnell und zielgenau geortet werden kann. Retter haben neben dem LVS-Empfänger oft auch Suchhunde dabei, die dank ihres enormen Geruchssinns eine hohe Quote bei der Rettung von Lawinenopfern haben. Ohne LVS ist Rettung kaum und nur mit sehr viel Glück möglich.

Jede Minute zählt
Mit etwas Erfahrung kann man mit dem LVS verschüttete Kameraden aufspüren und ihnen anschließend mit einer Sonde oder einem Wander-/Skistock einen Atemweg schaffen. Je mehr Erfahrung man mit dem LVS hat, desto einfacher ist es, den Skipartner zu finden. Und bei einer Lawine zählt jede Minute. Statistiken zeigen, dass unter den Schneemassen mehr Menschen ersticken als erfrieren. Nach spätestens 15 Minuten sinken die Überlebenschancen auf ein Minimum.


Rettung des Opfers
Hat man den Verschütteten gefunden, hat dieser Luft zum Atmen und sind keine weiteren Opfer mehr unter dem Schnee begraben, kann man sich daran machen, das Opfer auszugraben. Um Verletzungen und das Nachrutschen von Schnee zu vermeiden, sollte man besser von der Seite und nicht von oben graben. Wichtig ist, immer darauf zu achten, das Atemloch nicht zu zerstören. Sobald man zum Opfer vorgedrungen ist, sollte man zunächst den Kopf freilegen und schauen, ob Schnee oder Eis in die Mundhöhle und Nase geraten ist, was das Atmen erschwert oder unmöglich macht.

Vitalzeichen checken
Anschließend sollte man die Vitalzeichen checken. Hier ist Vorsicht geboten. Denn bei einer starken Unterkühlung können auch die Vitalzeichen vorübergehend aussetzen. Das sieht aus, als wäre der Verschüttete tot. Im Gegensatz zum Ersticken kann man bei einer Unterkühlung das Lawinenopfer durch Erwärmen und Reanimation ohne Folgeschäden wieder ins Leben holen. In der Vergangenheit wurden einige Lawinenopfer so fälschlicherweise für tot erklärt.

Erste-Hilfe-Maßnahmen einleiten
Bei Verletzungen kann man zudem die entsprechenden Erste-Hilfe-Maßnahmen einleiten. Um weiteres Auskühlen zu verhindern, sollte man das Opfer vor der Kälte schützen. In der Lawine kühlt der Körper um rund drei und außerhalb um rund sechs Grad pro Stunde ab. Wichtig ist zudem, dass sich das Opfer so wenig wie möglich bewegt. Denn wenn durch Bewegung der Kreislauf in Schwung kommt und sich das kalte Blut in den Extremitäten mit dem warmen Blut im Körperinneren mischt, kann das zu einem Schock und so zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand führen. Man spricht auch vom „Bergungstod“. Bis der Notarzt eintrifft, sollte man noch regelmäßig die Vitalzeichen prüfen.

Ihr wollt mehr über Lawinen erfahren? dann klickt euch in unser Special zum Thema
Lawinen.

Autor: Christian Riedel

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