Kathrin Hölzl: "Ich will voll attackieren!"
Skiinfo.de am 16.02.2011 - 14:04 Uhr
© gepa-pictures/Fischer
Riesenslalom-Weltmeisterin Kathrin Hölzl wird in Garmisch-Partenkirchen ihren Titel verteidigen. Die 26-Jährige gab am Mittwoch endgültig grünes Licht für ihren Start. Wie sie ihre Chancen einschätzt, verrät sie im Interview.
Frage: "Katy, du hast den zweiten Skitag seit über drei Wochen hinter dir. Wie lief es?"
Katy Hölzl: "Soweit ganz gut. Ich hab bloß einen starken Muskelkater, weil ich nach drei bis vier Wochen in denen ich nicht trainieren konnte, an die Bewegung nicht mehr gewöhnt bin. Ich bin wirklich zufrieden, da beim Skitraining selbst alles gut funktionierte und ich kaum Schmerzen verspürte."
Frage: "Körperlich geht es dir also gut. Auch ohne Schmerzmittel?"
Katy Hölzl: "Schmerzmittel brauche ich keine mehr. Will ich aber auch nicht nehmen, da ich in den vergangenen vier Wochen damit nur so vollgepumpt wurde. Bis ich gesagt habe: Jetzt reicht‘s, das muss auch ohne gehen. Grundsätzlich hatte ich jetzt keine körperlichen Probleme mehr im Training. Ich hab ja eine sehr gute Skikondition und die kommt mir jetzt zugute – die Kraft ging mir nicht aus."
Frage: "Wie sieht es skitechnisch aus, hast du da was eingebüßt?"
Katy Hölzl: "Ich bin ein Typ, der das richtige Gefühl für Timing und Technik sehr rasch wieder entwickelt und im Griff hat. Die Skitechnik war also nicht das Problem. Vielmehr die Überwindung, die richtige Position am Ski wieder einzunehmen. Denn die Schmerzen machten es mir vor meiner Pause nicht mehr möglich, richtig auf dem Ski zu stehen. Bei jedem Schwung hatte ich Schmerzen. Das muss ich jetzt erst aus dem Kopf bekommen, um mich richtig zu trauen. "
Frage: "Macht dich die andauernde Saison bereits müde?"
Katy Hölzl: "Nein, tatsächlich hatte ich bisher eine gute Saison. Sogar eine der besten in meiner Karriere. Also bin ich sehr aufgeregt und ganz und gar nicht müde. Normalerweise wird eine ganze Saison sehr lange. Oftmals habe ich im Januar einen Durchhänger. Nicht in dieser Saison. Alles ist so aufregend. Neue Ski, die so großartig sind, ich bin richtig happy mit meinen Fischer Skiern. Das Material funktioniert so gut und die Zusammenarbeit passt perfekt. Und auch meine neuen Coaches sind großartig. Ich kann mich nur wiederholen: Ich bin total aufgeregt."
Frage: "Begonnen hat das Drama am Semmering, wo du trotz schlimmer Kreuzschmerzen Dritte wurdest. Was wurde diagnostiziert?"
Katy Hölzl: "Erst dachte man, es wäre ein Hexenschuss. Sämtliche Spritzenkuren zeigten zwar kurzfristige Wirkung, dann wurden die Schmerzen allerdings noch stärker. Schließlich fand man bei Blutuntersuchungen einen ungewöhnlichen Rheumawert. Schlussendlich besuchte ich Ärzte in ganz Deutschland und jeder stellte eine andere Diagnose. Fakt ist, dass ich so schlimme Kreuzschmerzen hatte, dass ich mich kaum mehr bewegen konnte."
Frage: "Als amtierende Weltmeisterin zusehen zu müssen, wäre das eine Qual gewesen?"
Katy Hölzl: "Das war auch mein schlimmster Gedanke, als ich zu Hause saß und nichts tun konnte. Ich merkte, dass mir die Zeit davonlief. Es war eine extreme psychische Belastung weil ich mich schon sehr gefreut habe auf diesen Event, auf die Verteidigung des Titels. Viele Menschen riefen mich täglich an, wie es mir geht. Das setzte mich immens unter Druck."
Frage: "Ab wann ging es dann wieder bergauf?"
Katy Hölzl: "Als ich die WM für mich bereits abgeschrieben hatte. Da fiel ein starker Druck von mir ab. Die Schmerzen waren damals so groß, dass ich eigentlich nur noch um meine Gesundheit besorgt war und hoffte, mich einfach wieder ohne Qualen bewegen zu können. Da wurde der Titel nebensächlich. Diese Entspannung spürte wohl auch mein Kreuz, denn seither ließen die Schmerzen nach."
Frage: "Wirst du beim Riesenslalom von einem lautstarken Fanclub angefeuert?"
Katy Hölzl: "So einen richtigen Fanclub hab ich eigentlich gar nicht. Ich weiß nicht einmal, wie viele Leute kommen, um zuzusehen. Natürlich die Familie und mein gesamter Freundeskreis. Die warten bloß noch auf mein Kommando. Also dass ich an den Start gehen werde!"
Frage: "Dein Ziel ist eine Medaille, hast du bereits erwähnt. Vorzugsweise die Goldene?"
Katy Hölzl: "Ja, eine Medaille ist mein Ziel. Für Gold muss schon einiges zusammenpassen, aber schön wäre es natürlich schon. Auf jeden Fall will ich voll attackieren."
Frage: "Wie schätzt du selbst deine Chancen ein?"
Katy Hölzl: "Natürlich haben andere, die ständig trainieren und testen konnten, eine andere Ausgangssituation. Aber ich denke, dass ich die ganze Saison so gut in Form war – ich war in jedem Rennen, das ich ins Ziel brachte, auf dem Podium. Das beweist mir, dass alles möglich ist."
Frage: "Wie wirst du den WM Riesenslalom anlegen?"
Katy Hölzl: "Das Gas geben im Rennen ist eine eigene Sache, entweder man kann es, oder nicht. Ich hab schon einige Male bewiesen, dass ich ganz gut kann. Zu viel auf die Linie achten, oder zu viel aufpassen und taktieren bringt nichts. Also gibt es für mich sowieso nur das Eine: Voller Angriff, wie im Weltcup."
Frage: "Was macht dich so selbstsicher und infolge erfolgreich?"
Katy Hölzl: "Die WM in Val d’Isère war mein berühmtes „Aha-Erlebnis“. Seither bin ich natürlich erfahrener und nicht mehr so nervös wie früher. Ich denke mir immer, dass es ja nur ein Skirennen ist. Was zählt so ein Skirennen schon im Leben? Eigentlich ist die Gesundheit das wichtigste."
Frage: "Katy, du hast den zweiten Skitag seit über drei Wochen hinter dir. Wie lief es?"
Katy Hölzl: "Soweit ganz gut. Ich hab bloß einen starken Muskelkater, weil ich nach drei bis vier Wochen in denen ich nicht trainieren konnte, an die Bewegung nicht mehr gewöhnt bin. Ich bin wirklich zufrieden, da beim Skitraining selbst alles gut funktionierte und ich kaum Schmerzen verspürte."
Frage: "Körperlich geht es dir also gut. Auch ohne Schmerzmittel?"
Katy Hölzl: "Schmerzmittel brauche ich keine mehr. Will ich aber auch nicht nehmen, da ich in den vergangenen vier Wochen damit nur so vollgepumpt wurde. Bis ich gesagt habe: Jetzt reicht‘s, das muss auch ohne gehen. Grundsätzlich hatte ich jetzt keine körperlichen Probleme mehr im Training. Ich hab ja eine sehr gute Skikondition und die kommt mir jetzt zugute – die Kraft ging mir nicht aus."
Frage: "Wie sieht es skitechnisch aus, hast du da was eingebüßt?"
Katy Hölzl: "Ich bin ein Typ, der das richtige Gefühl für Timing und Technik sehr rasch wieder entwickelt und im Griff hat. Die Skitechnik war also nicht das Problem. Vielmehr die Überwindung, die richtige Position am Ski wieder einzunehmen. Denn die Schmerzen machten es mir vor meiner Pause nicht mehr möglich, richtig auf dem Ski zu stehen. Bei jedem Schwung hatte ich Schmerzen. Das muss ich jetzt erst aus dem Kopf bekommen, um mich richtig zu trauen. "
Frage: "Macht dich die andauernde Saison bereits müde?"
Katy Hölzl: "Nein, tatsächlich hatte ich bisher eine gute Saison. Sogar eine der besten in meiner Karriere. Also bin ich sehr aufgeregt und ganz und gar nicht müde. Normalerweise wird eine ganze Saison sehr lange. Oftmals habe ich im Januar einen Durchhänger. Nicht in dieser Saison. Alles ist so aufregend. Neue Ski, die so großartig sind, ich bin richtig happy mit meinen Fischer Skiern. Das Material funktioniert so gut und die Zusammenarbeit passt perfekt. Und auch meine neuen Coaches sind großartig. Ich kann mich nur wiederholen: Ich bin total aufgeregt."
Frage: "Begonnen hat das Drama am Semmering, wo du trotz schlimmer Kreuzschmerzen Dritte wurdest. Was wurde diagnostiziert?"
Katy Hölzl: "Erst dachte man, es wäre ein Hexenschuss. Sämtliche Spritzenkuren zeigten zwar kurzfristige Wirkung, dann wurden die Schmerzen allerdings noch stärker. Schließlich fand man bei Blutuntersuchungen einen ungewöhnlichen Rheumawert. Schlussendlich besuchte ich Ärzte in ganz Deutschland und jeder stellte eine andere Diagnose. Fakt ist, dass ich so schlimme Kreuzschmerzen hatte, dass ich mich kaum mehr bewegen konnte."
Fotoserie: Kathrin Hölzl: "Ich will voll attackieren!"
Frage: "Als amtierende Weltmeisterin zusehen zu müssen, wäre das eine Qual gewesen?"
Katy Hölzl: "Das war auch mein schlimmster Gedanke, als ich zu Hause saß und nichts tun konnte. Ich merkte, dass mir die Zeit davonlief. Es war eine extreme psychische Belastung weil ich mich schon sehr gefreut habe auf diesen Event, auf die Verteidigung des Titels. Viele Menschen riefen mich täglich an, wie es mir geht. Das setzte mich immens unter Druck."
Frage: "Ab wann ging es dann wieder bergauf?"
Katy Hölzl: "Als ich die WM für mich bereits abgeschrieben hatte. Da fiel ein starker Druck von mir ab. Die Schmerzen waren damals so groß, dass ich eigentlich nur noch um meine Gesundheit besorgt war und hoffte, mich einfach wieder ohne Qualen bewegen zu können. Da wurde der Titel nebensächlich. Diese Entspannung spürte wohl auch mein Kreuz, denn seither ließen die Schmerzen nach."
Frage: "Wirst du beim Riesenslalom von einem lautstarken Fanclub angefeuert?"
Katy Hölzl: "So einen richtigen Fanclub hab ich eigentlich gar nicht. Ich weiß nicht einmal, wie viele Leute kommen, um zuzusehen. Natürlich die Familie und mein gesamter Freundeskreis. Die warten bloß noch auf mein Kommando. Also dass ich an den Start gehen werde!"
Frage: "Dein Ziel ist eine Medaille, hast du bereits erwähnt. Vorzugsweise die Goldene?"
Katy Hölzl: "Ja, eine Medaille ist mein Ziel. Für Gold muss schon einiges zusammenpassen, aber schön wäre es natürlich schon. Auf jeden Fall will ich voll attackieren."
Frage: "Wie schätzt du selbst deine Chancen ein?"
Katy Hölzl: "Natürlich haben andere, die ständig trainieren und testen konnten, eine andere Ausgangssituation. Aber ich denke, dass ich die ganze Saison so gut in Form war – ich war in jedem Rennen, das ich ins Ziel brachte, auf dem Podium. Das beweist mir, dass alles möglich ist."
Frage: "Wie wirst du den WM Riesenslalom anlegen?"
Katy Hölzl: "Das Gas geben im Rennen ist eine eigene Sache, entweder man kann es, oder nicht. Ich hab schon einige Male bewiesen, dass ich ganz gut kann. Zu viel auf die Linie achten, oder zu viel aufpassen und taktieren bringt nichts. Also gibt es für mich sowieso nur das Eine: Voller Angriff, wie im Weltcup."
Frage: "Was macht dich so selbstsicher und infolge erfolgreich?"
Katy Hölzl: "Die WM in Val d’Isère war mein berühmtes „Aha-Erlebnis“. Seither bin ich natürlich erfahrener und nicht mehr so nervös wie früher. Ich denke mir immer, dass es ja nur ein Skirennen ist. Was zählt so ein Skirennen schon im Leben? Eigentlich ist die Gesundheit das wichtigste."
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