Im Vorfeld des Achensee Xtreme hatte es noch einige Diskussionen über die Strecke gegeben, am Ende konnte OK-Chef Werner Brugger aber schließlich eine wunderbare Strecke freigeben, von der mehr als die Hälfte direkt von Start/Ziel einsehbar war. Bei bestem Wetter und moderaten Temperaturen über einer gschlossenen Nebeldecke über dem Inntal freuten sich schließlich etwa 140 Tourenskisportler auf einen schönen Renntag.
Prugger mit Problemen
Der Wettkampf war gleichzeitig als ÖM im Einzelrennen und als DM der Jugend ausgeschrieben. Es versprachen sich also spannende Duelle abzuspielen. Nach dem Startschuss bei der Bergstation der Rofanbahn ging einer der Favoriten des Tages gleich in Führung: Alexander Fasser (Rennteam Alpbachtal), der dem Meistertitel seit Jahren nachlief, setzte sich an die Spitze und legte ein gewaltiges Tempo vor. Gleichzeitig hatte eine der Favoritinnen bei den Damen einen schlimmen Beginn: Lydia Prugger aus Ramsau verlor wenige Meter nach dem Start ein Fell und büßte enorme Zeit bei der Jagd nach dem Meistertitel ein. Die Damenführung konnte von Anfang an somit von Michi Essl (Hagan-Martini-Rennteam) übernommen werden, die aber rasch mit Problemen zu kämpfen hatte und zeitweise an eine Aufgabe dachte. Hinter ihr kamen die konstant gehende Veronika Swidrak (Sport Schwaighofer Brixlegg) und die kräftezehrend von hinten das Feld aufrollende Lydia Prugger Minute für Minute näher.
Start-Ziel-Sieg für Lugger
Bei den Herren entwickelte sich ein rasanter Kampf um die Spitze. Alex Fasser konnte sich seiner Haut relativ gut erwehren. Martin Bader (Dynafit International) drückte von Anfang an massiv, konnte aber nach 2/3 der Strecke dem Tempo nicht mehr standhalten und knickte ein. Der zweite Konkurrent und regierende Meister Alex Lugger (Bergrettung Lesachtal) war gesundheitlich angeschlagen, versuchte aber alles, um Alex Fasser nicht ziehen zu lassen - und lief langsam aber sicher blau. Und dann war da noch Wolfi Klocker (Hagan-Martini-Rennteam), der mit konstanten Aufstiegen und extrem schnellen und kraftvollen Abfahrten laufend aufholte. Wolfi konnte schließlich auf dem letzten Anstieg Alex Lugger noch hinter sich lassen. Der Lermooser Alex Fasser fuhr letztenendes einen Start-Ziel Sieg ein und sicherte sich neben dem Tagessieg auch erstmals den Österreichischen Meistertitel.
Deutsche super in Form
Die Entscheidung bei den Damen drohte auch noch einmal sehr spannend zu werden. Michi Essl verlor zusehends an Boden an Ihre Konkurrentinnen. Lydia Prugger hatte sich erfangen, konnte Veronika Swidrak hinter sich lassen und machte Jagd auf die junge Konkurrentin. Schließlich ging es sich für Essl aber noch aus: der Meistertitel und der Tagessieg fielen der erschöpften Abtenauerin zu
sie war überglücklich, trotz Ihrer nicht optimalen Verfassung das Rennen so hingebracht zu haben. Auf den Plätzen folgten Lydia Prugger und Veronika Swidrak.
Deutsche Junioren überzeugen auf der Kurzdistanz
Das kurze Rennen war beim diesjährigen Achensee Xtreme fest in deutscher Hand: Ein Dreier-Team gewann diese Distanz. Der starke Seppi Rottmoser setzte sich vor Philipp Reiter und Maximilian Seebeck durch. Auch die Damenklasse auf der kurzen Strecke konnte von einer Deutschen gewonnen werden: Barbara Abler machte hier das Rennen. Ein Wahnsinn, was die jungen Deutschen an Leistung erbringen, Hut ab!
Text: Karl Posch, www.astc.at