Jetzt ist er endlich da, der ersehnte Schnee: Nachdem in den letzten Wochen der akute Schneemangel dem Organisationskomitee um Richard Lenz die Sorgenfalten auf die Stirn getrieben hatte, sorgt die weiße Pracht der letzten Tage nun doch für entspanntere Rennvorbereitungen. Somit steht der planmäßigen Durchführung des Jennerstier und der Deutschen Meisterschaft im Single am kommenden Wochenende nun nichts mehr im Wege.
Ziel bei der Mittelstation
Einzige Änderung gegenüber der Ausschreibung wird die Verlegung des Zieles an die Mittelstation der Jennerbahn sein ohnehin für Zuschauer die attraktivere Variante mit dem perfekt einsehbaren Zieleinlauf über den Beckhang und der Wechselzone.
Lex und Strobel favorisiert
Mehr als 60 Starter haben sich bislang vorangemeldet. Durch die Kooperation mit dem Austria Skitour Cup sind auch etliche österreichische Läufer sowie wieder einige belgische Skibergsteiger, die nach 2009 auch in diesem Jahr am Jenner wieder ihre nationale Meisterschaft ausrichten werden, am Start. Bei den Herren dürften aus deutscher Sicht wieder die Läufer aus der Nationalmannschaft als Favoriten zu handeln sein hier vor allem Mountain Attack-Gewinner und Vertical-Meister Konrad Lex (Gangkofen) sowie Teamkollege Andi Strobel (Selb). Strobel bewies am vergangenen Wochenende mit dem zweiten Platz bei einem Bike-
Marathon auf Lanzarote eindrucksvoll, dass der Skitouren-Rennlauf die ideale Bike-Vorbereitung ist und umgekehrt.
Start von Steurer fraglich
Ebenfalls wieder ins Renngeschehen einsteigen wollte am Jenner eigentlich Vorjahressieger Toni Steurer (Oberstaufen-Lindenberg), dessen Start allerdings noch fraglich ist, nachdem er erneut grippal geschwächt ist. Bereits beim Dammkarwurm hatte Steurer mit einer Erkältung aussetzen müssen. Kein Glück für Steurer also, der zudem in diesem Jahr berufsbedingt in der Nationalmannschaft eine Auszeit nehmen musste. Sein Namenskollege Toni Palzer (Berchtesgaden) plant ebenfalls einen Start bei den Senioren dem starken Youngster fehlt leider ein adäquater Teampartner zum gleichzeitig stattfindenden Jugend-Weltcup in Gastlosen, so dass er wohl die lange Runde am Jenner mit gut 2000 Aufstiegsmetern in Angriff nehmen wird. Im Berchtesgadener Land immer auf der Rechnung haben muss man auch Lokalmatador Franz Grassl (Ramsau, Team Alpenstoff), der am Jenner vor allem bei schwierigen Abfahrtsbedingungen seine Trümpfe ausspielen wird.
Gruber wohl nicht zu schlagen
Im Damenfeld wird es erneut wohl sehr schwer werden, Dauersiegerin Barbara Gruber vom Alpenstoff-Team den Schneid abzukaufen. Aber mit Claudia Till (Team Steigenberger) und Anna Mühlhuber (Freising) konnten beim Vertical im Dammkar bereits zwei neue Gesichter auf der nationalen Bühne die Plätze zwei und drei hinter Gruber einnehmen vielleicht erwischt ja eine der beiden Damen am Jenner einen perfekten Tag? Nachdem sich die weiteren deutschen Favoritinnen Steffi Koch und Silvia Treimer in diesem Jahr der Erzeugung skibergsteigerischen Nachwuchses gewidmet haben und eine Auszeit nehmen, wird Altmeisterin Judith Grassl (Ramsau, Team Alpenstoff) die Fahnen der Region hoch halten müssen. Auch sie gehört zu den Aspirantinnen auf den Deutschen Meistertitel und das Preisgeld der Tageswertung.
Für interessierte Neueinsteiger und Hobbyläufer wird es auch am Jenner wieder eine Durchschnittszeitwertung geben: Prämiert werden die Läufer, die am nächsten an die Durchschnittszeit auf der kurzen Strecke (1300 Aufstiegsmeter) heran laufen. Nachmeldungen sind noch am Samstag, den 6.2. im Jennerkaser nahe der Talstation der Jennerbahn bis 9.30 Uhr möglich. Start des Rennens ist um 10.00 Uhr.
Rückblick 2009:
Text: Matthias Keller/DAV